Auf nach Kalifornien

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen… eigentlich sollte der Hinflug nach San Francisco unspektakulär werden, Flug aber Berlin mit Lufthansa nach München, dann Weiterflug mit United Airlines und einer Boeing 787-8 Dreamliner nach San Francisco. Die Ankunft war für den späten Nachmittag an der Westküste geplant. Ich war extra 2 Tage eher geflogen, damit ich mich an die Stadt gewöhnen kann und etwas Orientierung bekomme.
Daraus wurde nichts. Die Flugtickets druckt man am besten 24 Stunden vorher aus, das geht heute recht schnell im Internet. Gleichzeitig kann
man sich nach der Registrierung auch Nachrichten zum Flugstatus mailen lassen bzw. über eine App aus dem App Store anzeigen lassen. Da nicht überall Wifi oder mobile Daten verfügbar sind, schnell noch eine SMS Nummer des Smartphones hinterlegt.
Die erste SMS erreichte mich morgens um 4 Uhr. United Airlines Flug verzögert sich um 4-5 Stunden. Ok was soll es, fahre ja extra eher. In München war es dann so, die Maschine war wegen technischer Probleme erst später am Start. Aber wir saßen im Dreamliner und warteten auf der Rollbahn. Es wurde festgestellt, dass die Piloten heute schon zu lange im Dienst waren und die amerikanische Flugsicherheitsbehörde einen Flug nach Kalifornien untersagt hat. Ausweichflughafen ist Washington DC an der Ostküste. Dann sollte die Crew getauscht werden und aufgetankt und maximal einer Stunde der Weiterflug an die Westküste der USA beginnen.
Der Flug ging über die Niederlande, Großbritannien, Irland in den Norden der USA, an Boston und NY vorbei, bis nach Washington DC im Bundesland Virginia.
Die Crew zum Wechsel stand bereit, aber die Behörde bestand darauf, dass alle Passagiere mit ihrem Gepäck aussteigen, beim Immigration Officer die Einreise erhalten, ihre Koffer holen und neu Einchecken. Da aber den ganzen Tag in Virginia Gewitter und Regen war, gestaltete das Einchecken sich zu einer Geduldsprobe. Nach 2 Stunden in einer unendlich langen Schlange saßen wir wieder im Flieger, doors closed and ready for flight…
Nach 15 Minuten auf der Rollbahn wurde der Start jedoch abgebrochen, da das Zeitfenster geschlossen war. Also wieder zurück zum Terminal. Der Flug war gecancelt. Nun halb eins in der Nacht in Washington standen 300 Leute am Schalter der United Airline und wollten den Flug umbuchen. Die Mitarbeiter brauchen Geduld und Ausdauer, aber ich hielt gegen 2 mein Ersatzticket mit Upgrade auf Comfort Plus, ein Hotelvoucher für das Hyatt, ein Taxigutschein und 3 Essensgutscheine in der Hand. Das erhaltene Notfallset mit Zahnbürste und Rasierer war verstaut und ab ging es durch das nächtliche Washington ins Hotel. Vor der Airport tummelten sich zur nächtlicher Stunde auch genügend Uber Fahrer die ich auf der App gut beobachten konnte. Uber ist ein bequemer Fahrdienst der in Deutschland verboten ist, wenn man ihn jedoch einmal genutzt hat findet man ihn bequem und einfach. Smartphone raus, Ziel eingeben und los drücken…. kurze Zeit später erschien der Fahrer, fragt nach deinem Namen und los geht es. Da du die Fahrt in der App verfolgen kannst, den Service und den Fahrer bewertest, habe ich noch nie was negatives erlebt. Bezahlt wird per App bzw. mit der hinterlegten Kreditkarte etc., Rechnung kann man sich später drucken. Auch die Fahrer in Holland oder Lissabon sprachen offen über die Arbeitsbedingungen und fanden es immer angemessen.
Zwei Stunden Schlaf im Hotel, Dusche, rasieren, Frühstück und frisch aufgemöbelt ging es mit dem hoteleigenen Shuttle zum Airport Dullas zurück. Auf diesem Flugplatz spielt übrigens die Handlung des Spielfilms “Stirb langsam 2” mit Bruce Willis.
Im kostenlosem WLAN des Hotels hatte ich nochmal den Wochenplan der Inspiration Tour aufgerufen.
Ein Besuch bei Mozilla (vielen für die Entwicklung des Firefox bekannt), NASA und Stanford und vieles mehr stehen auf dem Plan.

Zurück am am Airport stand alles auf Go und so war es dann auch.
Gerade haben wir Pittsburgh überflogen, der Dreamliner mit Wifi und Entertainment Paket in jeder Rückenlehne hat das Ziel San Francisco international airport! Endlich. Die Odyssee soll nun wirklich nach 44 Stunden ein Ende haben, aber was nimmt man nicht alles in Kauf um das berühmte Tal im Süden von San Francisco das Silicon Valley zu besuchen.

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