Einfach reparieren und anpassen – Das modulare Notebook von Framework

von | 03. Februar 2022 | Gemischtes

Schnell mal eine neue Festplatte einbauen, den Arbeitsspeicher erweitern oder externe Geräte anbinden: Für Besitzer von PCs ist das mit etwas Know-how ohne Probleme machbar. Bei Notebooks war in den vergangenen Jahren ein entgegengesetzter Trend zu beobachten: kompakter, dünner, weniger Anschlüsse. Außerdem ist die Reparatur durch verklebte Teile und designorientierte Montage häufig aufwendig und teuer.

Das junge Start-Up Framework will nun diese beiden Aspekte miteinander verbinden und hat dafür ein modulares Notebook entwickelt, welches trotz einer Dicke von nur 16 mm und einem Gewicht von 1,3 kg reparaturfähig und erweiterbar ist.

Was bedeutet Modularität?

Modular aufgebaute Geräte sind so konzipiert, dass man Sie nach dem Baukastenprinzip zusammen- und auseinanderbauen kann. Auf verklebte, verlötete oder verschweißte Teile wird möglichst verzichtet. Dafür setzen Hersteller auf Schraub- und Steckverbindungen. So wird das Gerät einfacher zugänglich für den Endnutzer, sodass man Teile reparieren und austauschen kann, ohne Angst zu haben, etwas kaputt zu machen.

Neben hoher Flexibilität, Reparatur- und Erweiterungsfähigkeit spielt natürlich auch der Umweltaspekt eine große Rolle. In der heutigen Konsumgesellschaft werden Geräte eher ersetzt als repariert, was zu mehr Elektroschrott, Produktion von CO2 und Umweltverschmutzung führt. Diesen Faktoren wirkt dieses Konzept entgegen.

Modular mit wenig Kompromissen

Das gleiche Konzept verfolgt bei den Smartphones bereits das Fairphone, welches ebenfalls modular aufgebaut ist. Zwar wurde hier das Design und die Ausstattung für den Preis manchmal kritisiert, jedoch bezahlt man bei dieser Art von Geräten natürlich auch vor allem für die Modularität und Flexibilität. Das Framework Notebook ist auch kein Hochleistungs-Notebook, mit dem intensiver Videoschnitt oder hochqualitatives Gaming möglich ist. Doch dank der Modularität kann auch das in Zukunft noch kommen.

Ein 3:2 IPS-Display mit einer Auflösung von 2256×1504 Pixeln mit einer Helligkeit von 342 cd/m² und hoher Farbgenauigkeit sorgt für ein modernes Bilderlebnis. Auch dieses momentan nur in glänzendem Finish erhaltbare Display könnte in Zukunft durch z.B. ein mattes Display ersetzt werden. Dazu besteht die Möglichkeit, dem Gerät mit drei verschiedenfarbigen Displayrahmen einen individuellen Anstrich zu geben.

Momentan haben die Käufer die Wahl aus drei Varianten, wo vor allem die zweite und dritte für die meisten Business- und Alltagsanwendungen mehr als ausreichen sollten:

  • Base, 1.149,00 €
    i5-1135G7 | 8 GB Speicher | 256 GB Speicherplatz | W-LAN 6 | Windows 10 Home
  • Performance, 1.599,00 €
    i7-1165G7 | 16 GB Speicher | 512 GB Speicherplatz | W-LAN 6 | Windows 10 Home
  • Professional, 2.279,00 €
    i7-1185G7 | 32 GB Speicher | 1 TB Speicher | W-LAN 6 mit vPro | Windows 10 Pro

Zusätzlich gibt es eine DIY-Variante ab 899,00€, bei der man sich die Komponenten komplett selbst zusammenstellen kann, auch mit noch mehr Arbeits- oder Festplattenspeicher. Theoretisch kann man das Gerät auch nur mit dem Mainboard samt Prozessor kaufen und die restlichen Komponenten individuell einkaufen. DIY heißt in diesem Fall aber auch: selbst zusammen bauen.

DIY zu Ende gedacht

Wer jetzt glaubt, spätestens hier auf dem verlorenen Posten zu sein, hat falsch gedacht. Framework hat jedes wichtige und austauschbare Teil im Inneren des Notebooks mit einem QR-Code versehen, welcher den Nutzer bei Scan auf eine Seite mit genauen Anleitungen zur jeweiligen Komponente (noch nur auf Englisch) weiterleitet. Dazu liegt der Verpackung ein Schraubwerkzeug für genau die beiden Schraubentypen bei, welche verbaut sind. Somit lassen sich Komponenten innerhalb von Minuten ohne großen Aufwand ein- und ausbauen – das ist nutzer- und einsteigerfreundlich zugleich.

Welcher Anschluss darf es heute sein?

Irgendein benötigter Anschluss fehlt immer – so zumindest die Prämisse bei vielen anderen Geräten. Bei immer dünneren Geräten ist nunmal kein Platz für alle Schnittstellen. Nicht so beim Framework Notebook: Es gibt vier Einschübe, in die sogenannte Schnittstellenerweiterungskarten per USB-C eingesteckt werden können.

Diese etwas formschöneren Adapter können beim Kauf ausgewählt werden und dann je nach Bedarf ein- und ausgesteckt werden. Aktuell hat man die Wahl zwischen Displayport, MicroSD-Slot, USB-A, USB-C und HDMI. Außerdem gibt es im gleichen Kartenformat Flashspeichererweiterungen in den Größen 250 GB und 1 TB. Man kann auch alle vier Einschübe mit den gleichen Karten bestücken. In der Zukunft sollen noch weitere Anschlüsse folgen, die dann auf dem eigenen Community Marktplatz angeboten werden sollen.

Fazit

Ein Notebook wie das von Framework gab es so bisher noch nicht: Ein ausgeklügeltes modulares Konzept mit einfacher Bedienung und verständlicher Anleitung für den Endnutzer. Dazu kommt in Zukunft der Marktplatz, wo weitere Erweiterungen kommen sollen. Trotz aller Flexibilität und Langlebigkeitskonzept ist das Gerät natürlich etwas für Bastler. Wer sich auch mit Anleitung nicht an das Innenleben traut, sollte sein Geld eher in Standardnotebook mit zukunftssicheren Komponenten investieren.

Außerdem muss man abwarten, ob sich das Framework Notebook durchsetzen kann. Sollte das nicht der Fall sein und die Produktion aller Komponenten und Adapter eingestellt werden, hat man am Ende nur ein weiteres “Wegwerfnotebook”. Wem jedoch etwas an Wiederverwendbarkeit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit liegt, sollte über die Unterstützung dieses außergewöhnlichen Weges zumindest nachdenken.

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